Adepta Yesabel sab´el-ashtranim

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Yesabel sab´el-ashtranim

Mutter: Dunja saba Erkhaban Vater: Aram al´fessir ben Waddif Brüder: Agdul, Harun, Jehu, Kasim, Said, Yali, Rafid

Effendi! Gerne möchte ich mich Dir vorstellen: Mein Name ist Nahema sab´el-ashtranim, gerne kannst Du mich aber auch einfach Nahema nennen. Aufgewachsen bin ich Al Kawar, in der Freiherrschaft Handelshaven, die noch vor wenigen Jahren in solch einer Pracht erstrahlte, dass jeder Fremde sich die Hände vor die Augen halten musste, um durch die Schönheit des Landes und der Städte nicht zu erblinden. Al Kawar ist eine wunderschöne kleine Stadt, mein Vater und meine Mutter haben dort ein kleines Handelshaus, vor allem erlesene Delikatessen aus fernen Ländern verkaufen sie. Das jüngste von acht Kindern bin ich, und alle meine Geschwister sind Männer: Agdul, Harun, Jehu, Kasim, Said, Yali und Rafid. Sie waren schon immer liebenswerte Schurken, und sind es auch heute noch. Deswegen waren meine Eltern auch sehr glücklich als ich geboren wurde, endlich eine Tochter, der man das Geschäft anvertrauen kann. Mit diesem Wissen bin ich auch aufgewachsen: Schon früh lernte ich die Kunst des Handelns und des Feilschens, ich erkannte immer wann eine Warenladung Früchte aus dem fernen Süden faul war, und wann ein anderer Händler uns betrügen wollte.

So lebte ich etwa vierzehn Götterläufe, und während meine Brüder nur dann und wann im Laden halfen, verließen sich meine Eltern immer mehr auf mich – aber auch Kasim begann sich nun mehr für das Familiengeschäft zu interessieren. Was ein Glück war, wie Du gleich hören kannst, werter Effendi. Denn einer der Sultane, hatte vor vielen Jahren in seiner göttergefälligen Klugheit beschlossen, dass alle Kinder in einem gewissen Alter geprüft werden, ob sie von Thyia, der obersten Göttin der Magie, gesegnet worden sind. Noch nie war jemand aus unserer Familie mit einer solchen Begabung geboren worden, und so ging ich mit leichtem Herzen zu der Prüfung, und hoffte, dass ich recht schnell wieder zu meiner Familie zurückkehren kann. Aber Du Effendi, du ahnst natürlich schon was geschehen ist, Du siehst mich ja schließlich vor Dir stehen! Tatsächlich vollzog ich die Prüfungen ohne mir etwas dabei zu denken, oder etwas auffälliges – so dachte ich zumindest- zu tun, und so verwunderte es mich auch nicht, dass man mich mit einem Lächeln zwar, aber ohne viele Worte verabschiedete. Am darauffolgenden Abend allerdings, kamen die weisen Frauen und Männer zu meiner Familie: Meiner Mutter schossen schon direkt die Tränen in die Augen, und sogar mein Vater tat so als ob er Staub in den Augen hätte, als sie uns erklärten, dass ich die große Ehre hätte an der Akademie zu Al Rayyan die Künste der Magie studiere dürfte. Ich wollte nicht dorthin, wirklich nicht – und nur und Zetern und Weinen brachte man mich fort von meiner Familie, hin zu diesem, für mich damals scheinbar furchtbarem, Ort.

Selbstverständlich wollte ich alles langweilig und uninteressant finden, damit man mich rasch wieder heimschicken würde, aber um die Wahrheit zu sagen, begann ich recht schnell mein Leben dort zu lieben. Lesen und rechnen konnte ich schon ein wenig, aber man brachte mir auch fremde, alte Sprachen bei und auch die Grundlagen der Magie. In unserer Akademie spezialisiert man sich nach einigen Jahren, aber ich konnte mich nicht entscheiden – alles war so spannend! Egal ob Beherrschung, Einfluss oder auch Heilung, ich konnte mich für alles begeistern. Aber dann kam der schreckliche Tag, der die Verhehrung über unser schönes Land brachte. Noch heute wache ich schweißgebadet auf wenn ich daran denke. Eine fremde ausländische Macht fiel über das schöne Handelshaven her, wie eine Meute rasender Wölfe und machte alles dem Erdboden gleich. Man munkelt, dass die Piratenherzogin Magdalena Perez etwas damit zu tun hat, aber genaues weiß keiner. Rasch schickte man uns aus, um die Verwundeten zu versorgen, beim Suchen nach Vermissten zu helfen und auch um Trost zu spenden. In dieser dunklen Nacht erkannte ich endlich meine Bestimmung, denn immer wieder geriet ich mit meinen geringen Heilkünsten an Verletzte, denen ich kaum helfen konnte, bis die hohe Herrin Shirin endlich kam, um dass zu tun, was ich nicht vermochte. Seitdem habe ich mein Ziel gefunden: Heilmagie, aber auch die profane Kunst des Heilens, dies will ich bis zur Perfektion bringen! Nun bin ich ausgezogen, um mich als Magierin zu beweisen, wie es an unserer Akademie Brauch ist. Ich erhielt das Akademiesiegel, viele Segen und wurde hinaus in die Welt geworfen. Innerhalb eines Jahres soll ich mit einem magischen Stab zurückkehren, aus magischen Holz, von mir selbst angefertigt, um zu zeigen, dass ich das Gelernte auch anwenden kann. So ging ich ersteinmal in den dunklen Rothengau, denn vielerlei Geschichten hört man von dort. Deswegen bin ich nun hier Effendi, stehe vor dir und bitte dich mit aufzunehmen und Dich auf deine Abenteuerfahrten zu begleiten. Nur Gutes habe ich von dir gehört, edler Neidhart, erlaubt mir Dir zu folgen!

Und so begab es sich, dass die junge Magierin in die Dienste des edlen Ritters Neidhart von der Sperberfurt trat und nun mit ihm, seiner Verlobten und vielen anderen aus dem Rothengau durch die Lande zog.

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